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Kultur
Geschichtlicher Überblick
Auf Islands rauhem Boden hat sich durch die Jahrhunderte
eine widerstandsfähige und unabhängige Kultur entwickelt. Sie wurde von den Nachfahren
der Bauern und Krieger geformt, die der Unterdrückung des norwegischen Königs entflohen.
Bald enstanden Siedlungen und Bauernhöfe. Daraufhin folgte der Beginn einer reichen
literarischen Tradition, deren Schwerpunkt die Sagas sind, die zu den Klassikern der
mittelalterichen Literatur zählen. Die Sagas sind auf Tatsachen beruhende Erzählungen,
die über das Leben der Menschen zu der Zeit berichten, deren Heldentaten,
Sippenfeindschaften und Schlachten, aber auch über ihre Religion und andere
Beschäftigungen.
Bevölkerung
Im Laufe der 1100 Jahre Besiedlung Islands haben
Generationen von Isländern gelernt sich den schweren Lebensbedingungen anzupassen. Sie
haben sich auf undenkbaren Stellen niedergelassen, weit draußen an der Küste, bis zu
abgelegenen Höfen in den Bergen.
Mitten in den Extremen der isländischen Natur trifft man freundliche und lebensfrohe
Menschen, die großen Wert auf Gastfreundschaft und auf die Bewahrung ihrer Kultur legen.
Was die isländische Gesellschaft betrifft, fällt dem Besucher der Mangel an
Klassenunterschieden und die Bedeutung der Literaturtradition auf. Händedruck ist die
häufigste Begrüßungsform. Isländer legen Wert auf das Auftreten. Wie in anderen
westlichen Ländern ist Freizeitkleidung weitgehend passend, jedoch für besondere
Anlässe ungeeignet.
Die Siedler Islands bestanden aus einer gemischten Gruppe nordischer Menschen aus
Skandinavien und Kelten von den Britischen Inseln. Die herrschende Schicht war nordischer
Herkunft, so daß sowohl die Sprache als auch Kultur von Anbeginn rein nordisch waren,
doch in den Eddagedichten finden sich auch Spuren keltischen Einflusses. Dieses erkennt
man an Personen und Ortsnamen sowie am Aussehen der Isländer, unter denen der
dunkelhaarige Typ prozentual stärker vertreten ist als in anderen nordischen Nationen.
Um das Jahr 1100 schätzt man die damals völlig ländliche Bevölkerung auf 70-80.000
Menschen. Im 18. Jahrhundert sank die Bevölkerungszahl dreimal unter 40.000, doch um 1900
hatte sie 78.000 erreicht. Die 100.000 Einwohner-Grenze wurde 1925 überschritten, 1967
hatte Island 200.000 Einwohner. Heute beträgt die Bevölkerungszahl ca. 270.000 Menschen.
Bis 1880 gab es auf der Insel nur drei Städte, in denen 5% der Bevölkerung lebte. Um
1920 lebten etwa 43% der Bevölkerung in den Städten und Dörfern mit mehr als 200
Einwohnern. 1984 gab es 23 Orte und 42 Dörfer, in denen 89,2 % der Bevölkerung wohnte,
während 8,9% der Bevölkerung sich auf ländliche Gegenden verteilte. Man schätzt, daß
die Mehrheit der Isländer in Zukunft in Reykjavík und Umgebung leben wird.
Landessprache
Isländisch ist die Landessprache. Sie unterscheidet
sich kaum von der Sprache der nordischen Siedler, die vor 1100 Jahren nach Island kamen.
Englisch-, Deutsch- und Dänischkenntnisse sind sehr verbreitet. Die isländische Schrift
weist zwei eigene Buchstaben auf : Þ/þ und Ð/ð. Sie werden wie das -th im englischen
ausgesprochen.
Im isländischen Telefonbuch sind die Teilnehmer alphabetisch nach
den Vornamen geordnet, weil die Isländer sich gegenseitig mit Vornamen ansprechen.
Namen
Nur etwa 10% der Isländer tragen Familiennamen. Am
häufigsten folgt die Namensgebung der alten germanischen Tradition. Die Kinder nutzen den
Vornamen des Vaters als Nachnamen", indem ein Sohn die Endung -son und eine
Tochter die Endung -dóttir anhängt. Danach ändert sich der Name nicht mehr, auch nicht
im Falle von Verehelichung. Laut dieser Regel bedeutet Magnússon der Sohn von Magnús und
Bjarnardóttir heisst die Tochter von Bjarni.
Religion
95% der Isländer gehören der evangelisch-lutherischen
Staatskirche an. Die restlichen fünf Prozent sind römisch-katholischen Glaubens oder
gehören anderen Glaubensgemeinschaften an. Isländer sind seit dem Jahre 1000 Christen.
Die Anzahl der Mitglieder der Gemeinschaft des altnordischen Glaubens, Ásatrú, steigt
jedoch in letzter Zeit. Ásatrú geht von der Verehrung der Naturelemente und deren
Harmonie aus. Die altnordische Glaubensgemeinschaft wurde von einem Bauer in den siebziger
Jahren gegründet und ist heute öffentlich anerkannt.
Moderne Zeit
Island bietet weitaus mehr als unzerstörte Natur. Die
isländische Kultur ist genauso abwechslungsreich wie die Landschaft. Aus Island stammen
bekannte Dichter, Komponisten, Schauspieler und Künstler wie Halldór Laxness, Jón
Leifs, Kristján Jóhannsson und Björk. Jedes zweite Jahr findet in Reykjavík ein
internationales Kunstfestival statt, das weltweit bekannt ist.
Küche
Isländer bekommen ihre Nahrung direkt
aus einer sauberen und unbelasteten Natur. Fische und Meeresfrüchte, Pilze, Beeren,
Rentier und das berühmte Lamm. In den letzten Jahren nutzen isländische Köche
verschiedene Spezialitäten um Gourmetgerichte zu schaffen. Die isländische Küche ist in
der Tat international, obwohl die hiesigen Köche darauf achten, das ausgezeichnete
Rohmaterial wie Fisch, Lamm u.a. als Grundsubstanz zu verarbeiten.
Regierungsform
Island ist eine parlamentarische Demokratie mit einem
Präsidenten als Staatsoberhaupt. Der Präsident wird alle vier Jahre in direkter Wahl
bestimmt, ohne eine begrenzte Amstzeit. Der Staatspräsident wird als Symbol nationaler
Einheit angesehen und ist nicht politisch engagiert, außer in besonderen Fällen, wenn
die Parteien bei der Zusammensetzung der Regierung Schwierigkeiten bekommen oder keinen
Ausweg bei einer Regierungskrise finden. Das Alþing ist eine legislative Institution und
setzt sich aus 63 Mitgliedern zusammen. Sie werden alle vier Jahre durch direkte Wahl
bestimmt. Jeder der das Wahlrecht besitzt, außer dem Präsidenten und den Richtern am
Obersten Gerichtshof, kann sich um einen Sitz im Parlament bewerben. Nach der Wahl ruft
der Präsident die Vorsitzenden der politischen Parteien zur Beratung zu sich. Danach gibt
er einem oder mehreren nacheinander die Möglichkeit ein Kabinett zusammenzusetzen. Das
Ministerkabinett bleibt an der Macht bis zu der nächsten allgemeinen Wahl.
Wirtschaft
Die isländische Wirtschaft ist auf die Nutzung der sich
erneuernden Naturressourcen und von Arbeitskräften mit guter Fachkenntnis gegründet. Die
wichtigsten Rohstoffquellen sind die reichen Fischgründe und die reichlich vorhandene
hydro- und thermale Energie. Für lange Zeit nahmen Fischerei und Landwirtschaft die
wichtigsten Plätze in der isländischen Wirtschaft ein. In letzter Zeit werden
Dienstleistungen und herstellende Industrien wichtiger. Gleichzeitig wurde eine größere
Breite des Produktionsprogramms im Fischereisektor durch die Nutzung neuer Fischarten,
neuer Herstellungsweisen, neuer Produkte und neuer Märkte erreicht.
Durch die Nutzung seiner Vorteile und einer offener Absatzpolitik,
hat Island die Abgrenzungen seiner kleinen Wirtschaft überwunden und einen der höchsten
Lebenstandard der Welt erreicht.
In den letzten Jahren haben einige umfangreiche Wirtschaftsreformen
in Island stattgefunden. Freier Kapitalmarkt, niedrige Inflationsrate und ein beständiger
Wechselkurs haben den Weg zur ökonomischen Integration mit Europa geebnet.
Das EWR-Abkommen, von dem isländischen Parlament anerkannt, bietet
seit Anfang 1994 die vier Freiheiten " (freier Verkehr von Waren,
Dienstleistungen, und Arbeitskräften sowie freier Kapitalmarkt) der EU den
EFTA-Mitgliedstaaten. Die meisten EU-Regeln, die den Wettbewerb und den Staat betreffen,
gelten auch in den EFTA-Ländern. Das Ministerium für Industrie und Handel hat sich beim
Entwurf der Gesetzgebung über Finanzmärkte und Handel kräftig engagiert. Es ist in
Zusammenhang mit dem EWR-Vertrag gültig geworden. Das Ministerium hat sich auch bemüht,
Island als Standort für energieintensive Industrie zu fördern.
Ausbildung
In Island ist der Ausbildungsstandard relativ hoch,
Analphabetentum ist unbekannt und Isländer interessieren sich allgemein für auswärtige
Angelegenheiten und sind dadurch gut darüber informiert. Sie sind neugierig und passen
sich schnell neuen Technologien an.
Gesundheitswesen
Alle Krankenhäuser bieten gute medizinische Dienste.
Island betreibt eines der teuersten Gesundheitswesen der Welt. Diese Kosten sehr hoch in
Anbetracht der Tatsache, daß die Nation noch sehr jung ist. Insgesamt sind 40,5 % (1989)
des Nationalbudget für das Gesundheitswesen eingeteilt. An zweiter Stelle steht das
Ausbildungswesen mit 15 %. Andere Gebiete bekommen wesentlich weniger als 10 %. Das
Gesundheitsystem gilt als eines der besten der Welt.
Museen (Siehe Liste über Museen)
Besuchen Sie eines der vielen Museen Islands. Fast jedes
Gebiet auf dem Lande besitzt sein eigenes Heimatmuseum wo Sie in Berührung mit der
Geschichte und der Athmosphäre der Umgebung kommen können.
Nachtleben
Nachtlokale und Kinos sind in den größeren Orten zu
finden. Die größten Theater sind das Nationaltheater und der Theaterverein
Borgarleikhús" in Reykjavík. Sie sind während des Sommers geschlossen.
Während der Touristensaison wird eine interessante Darstellung angeboten, die Light
Nights" heißt. Dort werden alte isländische Sagen und Volksmusik vorgeführt. Das
isländische Sinfonieorchester hält alle zwei Wochen, von September bis Mai, Konzerte im
Universitätskino.
Sport
Isländer besitzen hervorragende Schwimmbäder im
Freien. Natürliche, sowie von Menschenhand gebaute Bäder werden mit Thermalwasser
beheizt. Angeln, Wandern und Reiten gehören zu den beliebtesten Sportarten. Fußball,
Handball, Basketball und Leichtathletik zählen zu den publikumsträchtigen Sportarten.
Die isländische Handballmannschaft hat internationalen Erfolg erreicht.
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