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Geographie

Allgemeines
Island, Europas zweitgrößte Insel, liegt nahe am Polarkreis, ungefähr auf halber Luftlinie zwischen New York und Moskau. Die Fläche Islands umfaßt 103.000 qkm. Die längste Entfernung von Norden nach Süden beträgt ungefähr 300 km und von Westen nach Osten ca. 500 km. Die Küstenlinie beträgt ca. 6000 km. Die Entfernung zwischen Island und den Nachbarländern ist 286 km bis Grönland, 795 km bis Schottland und 950 km bis Norwegen.

Geologisch betrachtet ist Island ein junges Land und noch immer im Entstehungsprozeß. Das Landesinnere Islands besteht ausschließlich aus Bergen und Hochebenen, von Menschen vollkommen unbewohnt. Die Durchschnittshöhe der Insel ist 500 m über dem Meeresspiegel. Die höchste Erhebung Hvannadalshnjúkur (2119 m) befindet sich im Gletscher Vatnajökull, im Südosten Islands.

Geographische Fakten über Island

Gesamtfläche: 103.000 qkm
Kultiviertes Land: 1%
Weideland: 20%
Seen: 2%
Lavafelder: 11%
Gletscher: 11%
Sandwüsten: 4%
Ödland: 50%

Klima
climate.JPG (8695 bytes)Trotz der nördlichen Lage ist Islands Klima, gerade im Winter, viel milder als man erwarten könnte. Die Jahresdurchschnittstemperatur in Reykjavík beträgt 5°C, im Januar -0,4°C und im Juli 11.2°C.

Die Niederschlagsmenge an der Südküste erreicht bis 3000 mm im Jahr, wobei sie auf 400 mm im Hochland nördlich vom Vatnajökull absinkt. Isländisches Wetter ist vom Zug atmosphärischer Tiefs über den Nordatlantik abhängig und daher recht veränderlich. Vorbeiziehende Tiefe südlich von Island verursachen verhältnissmäßig warmes Wetter im Süden, während zwischen Grönland und Island nach Nordosten wandernde Tiefe dem Norden milderes und trockenes Wetter bringen.

An der Küste ist es oft windig und im Winter herrschen oft Stürme, doch Gewitter sind sehr selten.

Im Herbst und frühem Winter kommen Nordlichter häufig bei klarem Nachthimmel vor.

Während der drei Sommermonate ist es in Island durchgehend taghell, und sowohl Frühling, als auch Spätherbst erfreuen sich langer Dämmerungsphasen. Die wirklich dunkle Zeit mit drei bis vier Stunden Tageslicht dauert von Mitte November bis Ende Januar.

Dank den wärmeren Gewässern des Golfstroms sind die Wintertemperaturen an der Süd- und Westküste relativ mild. Die wärmsten Monate sind Juli und August. Allgemein verbessern sich die Wetteraussichten desto weiter ost- oder nordwärts man zieht. Im Norden rund um Akureyri und den See Mývatn ist es am sonnigsten. Im Osten gilt dasselbe für das Gebiet bei Egilsstaðir, jedoch sollte man nirgends einen kühlen Wind ausschließen. Obwohl klares Wetter in dem Ödland des Inneren öfter als an der Küste zu erwarten ist, sind dort andere Schwierigkeiten wie Schnee- und Sandstürme möglich.

Vulkanische Aktivität
eldgos.JPG (6376 bytes)Island zählt zu den vulkanisch aktivsten Ländern der Erde. Von den ungefähr 200 postglazialen Vulkanen sind mindestens 30 seit der Besiedlung im 9. Jahrhundert ausgebrochen. Durchschnittlich findet in jedem fünften Jahr ein Ausbruch statt. In Island kommt fast jede bekannte Art vulkanischer Aktivität vor, obwohl es sich meist um Spaltenausbrüche handelt. Eine dieser Spalten, Lakagígar, dessen etwa 100 Krater sich auf dem 35 km langen Erdriß aufreihen, entstandt im Jahre 1783. Diese Eruption lieferte die größte Lavamasse in historischer Zeit. Sie bedeckt eine Fläche von 565 qkm. Gase und Asche dieses Ausbruchs vergifteten das Weideland und verursachten fürchterliche Verwüstungen in Landwirtschaftsgebieten. Durch die Zerstörung des Weidelandes kam es zu einer der schwersten Hungersnöte im Land, durch die etwa zehntausend Menschen starben.

Schildvulkane des Hawai-Typs, z.B. Skjaldbreiður bei Þingvellir, sind zwar ebenfalls häufig, doch als einziger seiner Art ist in historischer Zeit der neue Vulkan Surtsey aktiv geworden. Fast alle Kegelvulkane des Fuji-Typs sind vergletschert; dazu zählen als größte Öræfajökull (2119 m), Eyjafjallajökull (1666 m) und Snæfellsjökull (1446 m). Dazu kommen auch häufig Explosionskrater in Island vor.

Der berühmteste isländische Vulkan Hekla war im Mittelalter in der gesamten katholischen Welt als Ort der Verdammten bekannt. Seit seiner ersten, in Schriften bezeugten Eruption im Jahre 1104, welche die Verödung weiter Gebiete, darunter auch alter Siedlungen in Þjórsárdalur nach sich zog, ist Hekla 17 mal ausgebrochen und richtete in den angrenzenden Gebieten großen Schaden an. Am Anfang des Ausbruchs 1947 stieg die Asche- und Rauchsäule 30.000 m hoch. Diese Eruption hielt 13 Monate an. Im Mai 1970 floß aus einer Reihe Krater zwei Monate lang Lava. 1980, 1981 und 1991 folgten erneut Ausbrüche.

Der Vulkan Katla, verborgen unter dem Eis des Gletschers Mýrdalsjökull, ist seit der Besiedlung Islands mindestens 13 mal, zuletzt 1918, ausgebrochen. Eruptionen unter Gletschereis verursachen ungeheure Gletscherläufe. Katla ist z.B. dafür bekannt, daß die Schmelzwassermassen sogar die des Amazonas übertreffen. Askja, im nordöstlichem Hochland brach zuletzt 1961 aus, ohne nennenswerten Schaden anzurichten. Der Ausbruch 1875 verursachte große Zerstörung. Bei diesem Ausbruch entstand Islands tiefster See Öskjuvatn (220 m ).

Ein dramatischer Vulkanausbruch der jüngsten Vergangenheit begann in der Nacht des 23. Januar 1973 auf der einzigen bewohnten Westmänner Insel Heimaey. Innerhalb weniger Stunden konnte die gesamte Bevölkerung von etwa 5300 Personen in einer einzigartigen Rettungsaktion ohne Verluste aufs Festland evakuiert werden. Der Ausbruch dauerte bis zum darauffolgenden Mai und begrub die halbe Stadt unter Lava, den Rest unter einer dicken Ascheschicht. Hafen und die wichtigsten Fischereianlagen konnten jedoch durch eine kühne Aktion isländischer Experten gerettet werden. Den herannahenden Lavastrom kühlten sie mit Meerwasser ab und konnten ihn so zum Anhalten bringen. Als der Vulkan seine Tätigkeit einstellte, war die Insel beträchtlich größer und der Hafen um einiges besser geworden. Rettungsarbeiten und Wiederaufbau wurden fortgesetzt und die meisten Einwohner kehrten nach dem Erlöschen des Vulkans auf ihre Insel zurück, die durch den Ausbruch wesentlich verändert worden war.

Vor den Küsten Islands finden häufig submarine Eruptionen statt, insbesondere auf dem Mittelatlantischen Rücken südwestlich der Halbinsel Reykjanes. Der letzte Ausbruch im Meer war am 14. November 1963, nahe den Westmänner Inseln. Dabei entstanden drei Inseln, von denen eine den ständigen Brandungswellen wiederstand und den Namen Surtsey bekam. Der Ausbruch hielt sieben Jahre an.

Erdbeben sind in Island zwar häufig, meist jedoch harmlos. Dem Beben von 1778 und 1896 fielen aber zahlreiche Bauernhöfe Südislands zum Opfer, und 1934 wurde der Ort Dalvík am Eyjafjörður mit einem Erdstoss teilweise zerstört. Im Dezember 1975 begann eine vulkanische Aktivität im Nordosten in der Nähe von Krafla, dem ersten großen Thermalkraftwerks. Diese Eruptionen dauerten einige Jahre fort und verursachten wochenlang harte Erdstöße, welche 1976 zu Schäden im Ort Kópasker im Nordosten führten.

Erdwärme
Kein Land ist so reich an heißen Quellen und Solfataren wie Island. Hochtemperaturgebiete sind an Zonen jungen Vulkanismus gebunden, wo 14 Solfatarenfelder mit ihren charakteristischen Dampflöchern, Schlammtöpfen und Schwefelablagerungen liegen. Die wichtigsten Hochtemperaturgebiete befinden sich im Gebiet des Gletschers Torfajökull, östlich von Hekla und bei Grímsvötn unter dem Gletscher Vatnajökull. Dazu kommen Hengill und Krísuvík in der Nähe von Reykjavík, Námafjall bei Mývatn und Kverkfjöll an der Nordseite des Vatnajökulls.

Niedrigtemperaturgebiete sind überall in Island zu finden. Man geht von 250 Gebieten dieser Art mit etwa 800 einzelnen Quellen aus.
Islands ergiebigste Quelle, Deildartunguhver liefert jede Sekunde 200 l kochendes Wasser. Einige der heißen Quellen sind Springquellen oder Geysire, deren berühmteste „Der große Geysir" in Haukadalur in Südisland ist. Von ihm ist die internationale Fachbezeichnung „Geysir" abgeleitet. Wenn Geysir eruptiert, was heute recht selten vorkommt, schießt eine bis 60 m hohe Wassersäule in die Luft. Eine weitere berühmte Springquelle in der Nachbarschaft des großen Geysir ist Strokkur.

Inseln
Vor der Küste Islandsliegen zahlreiche Inseln. Davon sind einige bewohnt. Die größten sind die Westmänner Inseln im Süden, Hrísey im Norden und Grímsey, vom Polarkreis durchquert.

Gletscher
Zu den Kennzeichen Islands zählen seine Gletscher, die ungefähr 11% oder 11.260 qkm des Landes bedecken.
glaciers_150.JPG (9364 bytes)Fast alle Gletschertypen, von kleinen Kargletschern, bis zu weit ausgedehnten Gletscherkappen, die an das Inlandeis Grönlands erinnern, kommen in Island vor. Letztere laufen in breiten Gletscherzungen aus oder bilden Talgletscher des alpinen Typs. Vatnajökull, im Südosten Islands, ist mit Abstand der größte Eiskappengletscher Islands. Seine Fläche, 8300 qkm, entspricht der Summe aller europäischen Gletscher.

Andere große Eiskappengletscher sind Langjökull (953 qkm) und Hofsjökull (925 qkm), beide im Zentralhochland gelegen, ferner Mýrdalsjökull (596 qkm) im Süden und Drangajökull (160 qkm) im Nordwesten. Auf der Spitze der Halbinsel Snæfellsnes liegt Snæfellsjökull, einer der kleineren Gletscher (11 qkm). An klaren Tagen ist er als faszinierendes Panorama von Reykjavík aus zu sehen, besonders bei Sonnenuntergang. Isländische Gletscher bieten kühnen Abenteurern aufregende Ziele, doch sind sie wegen ihrer Sprünge und Spalten gefährlich.

Flüsse und Seen.
rivers_150.JPG (11550 bytes)Islands unzählbare Flüsse schwellen nach starken Regenfällen oder nach Gletschertauperioden merklich an. Wegen rascher Strömung sind sie nicht schiffbar. Der Ursprung der meisten Flüsse befindet sich an Gletscherrändern. Daher tragen sie Sand und Geröll mit sich und sind von milchig grauer Farbe. Þjórsá der längste Fluss, mißt 230 km und führt eine Wassermenge von 385 Kubikmetern /sek, während der zweitlängste, Jökulsá á Fjöllum im Nordosten, 206 km mißt. Andere wichtige Flüsse sind Hvítá und Ölfusá im Süden, Skjálfandafljót im Norden und Lagarfljót sowie Jökulsá á Brú im Osten.

Isländische Flüsse lassen sich in Gletscherflüsse und Quellflüsse unterteilen. Erstere verzweigen sich gewöhnlich in zahlreiche, mehr oder weniger untereinander verbundene Arme und Rinnsale. Sie verlagern ihr Bett ständig und verbreiten sich über die Gletschervorebenen. Dies gilt besonders für die von Vatnajökull nach Süden fallenden Flüsse. In diesem Gebiet zerstörten die Fluten wiederholt die Straßen und Brücken, deshalb war es besonders schwierig eine dauerhafte Straße anzulegen. Dieses geschah meistens im Juli und August, wenn in der Regel die Flüsse den höchsten Wasserstand erreichen.

Quellflüsse werden in zwei Typen unterteilt: Wenn sie in Basaltgebieten entspringen, variiert ihre Wassermenge deutlich und ist im Früjahr am stärksten. Bei Flüssen, die in postglazialen Lavagebieten entstehen, schwankt die Wassermenge dagegen kaum, weshalb sie zur Produktion hydro-elektrischer Energie besonders geeignet sind.

Charakteristisch für die junge isländische Landschaft sind ihre vielen eindrucksvollen Wasserfälle, deren bekanntester Gullfoss im Fluss Hvítá ist. Dettifoss in Jökulsá á Fjöllum, Aldeyjarfoss und Goðafoss in Skjálfandafljót, Hraunfossar in Hvítá und Skógafoss in Skógá.

In Island gibt es Seen im Überfluß aber meistens sind sie klein. Einige haben sich in Bodensenken gebildet, andere füllen von Gletschern ausgewaschene Becken, noch andere sind Lavastauseen und einige wenige Eisstauseen. Die fünf größten islandischen Seen sind Þingvallavatn (83 qkm, Tiefe 114 m), Þórisvatn (70 qkm), Lögurinn (52 qkm), der Lagunensee Hóp (45 qkm) und Mývatn (38 qkm). Mývatn, der Mückensee, ist wegen seiner faszinierenden landschaftlichen Schönheit und seines unwahrscheinlich reichen Vogellebens weltbekannt.

Vegetation
Als Island im 9. Jahrhundert besiedelt wurde, soll das Land zwischen der Küste und der Gebirge mit Baumbewuchs bedeckt gewesen sein. Auf Grund des unkontrollierten Weidegangs und der Abholzung zur Gewinnung von Brenn- und Baumaterial sowie Klimaverschlechterungen und Vulkanausbrüchen sind diese Wälder verschwunden. Heute findet man nur noch Reste einstiger Bewaldung, davon sind die größten Hallormsstaður im Nordosten und Vaglaskógur im Norden. Am 27. Juli 1974 wurde ein Gesetz erlassen, das Gelder zur Wiedergewinnung des Bodens und zur Aufforstung zuteilt. In diesem Jahrhundert wurden sich die Isländer des Erosionsproblems bewußt und seitdem bemüht man sich den Mutterboden wiederzugewinnen und Aufforstungsarbeiten durchzuführen.
flora.JPG (15879 bytes)Die isländische Flora zählt etwa 470 höhere, einheimische Pflanzenarten. (Davon ca. 37 Sporenpflanzen, fast 290 Dicotyedons und 145 Monocotyledons) Hinzu kommen ca. 450 Flechten- und 500 Moosarten. Trotz der nördlichen Lage Islands kommen verhältnismäßig wenige arktisch-alpine Pflanzen vor. Auf Grund des temperierten ozeanischen Klimas weist die isländische Flora deutlich Gemeinsamkeit mit nordeuropäischer und skandinavischer Flora auf. Zahlreiche Gräser- und Moosarten scheinen noch besser in Island als in vergleichbaren Zonen Grönlands und Skandinaviens zu gedeihen.

Im allgemeinen besteht die Vegetation aus unterschiedlichen Arten von niedrigem Gestrüpp, sowie Heidekraut, Weide, Zwergbirken, Krähen-, und Blaubeeren. Auffallend ist, besonders im Südwesten, der seltsame Farbreiz der Moose und Flechten auf dem Lavagestein.

In ganz Island, sogar im unbewohntem Tiefland sind ausgedehnte Sandöden, Steinwüsten, nackte Felsen- und Lavalandschaften zu finden.

Landsäugetiere
Zur Zeit der Besiedlung im 9. Jahrhundert war der Polarfuchs das einzige Landsäugetier. Noch immer gibt es zahlreiche Füchse, die dafür berüchtig sind die Schafe zu reißen. Mit den Menschen kamen später zwei Rattenarten und die Feldmaus ins Land. Rentiere, die in beträchtlicher Menge auf den Hochflächen des Ostens leben, wurden gegen Ende des 18. Jahrhunderts aus Norwegen angesiedelt. Um 1930 wurden Nerze zur Pelztierzucht nach Island eingeführt, doch entschlüpften viele Tiere. Heute leben sie verwildert und richten in der Vogelwelt und unter Süßwasserfischen grossen Schaden an. Gelegentlich gelangen Eisbären auf Treibeisschollen nach Island, werden aber so schnell wie möglich erlegt.

Die üblichsten Haustiere sind Rinder, Schafe und Pferde. Zudem werden Schweine, Ziegen, Hunde, Katzen, Hühner, Gänse, Enten, Truthähne, Tauben und Angorakaninchen gehalten.

Das Islandpferd. Die ersten Siedler Islands brachten Pferde und andere Haustiere aus Norwegen mit. Die Pferde, heute Islandpferde genannt, sind von kleinerem Körperbau und werden manchmal auchland_mammals_150.JPG (11215 bytes)als Ponys bezeichnet. Die letzen 1100 Jahre lebte die Rasse isoliert und deshalb wird sie als eine selbstständige Pferderasse betrachtet. Jahrhundertlang war das Pferd das Haupttransportmittel und Fleischlieferant. Heute ist Reiten ein beliebter Sport in Stadt und Land.
Das robuste und trittsichere Islandpferd verfügt über fünf angeborene Gangarten, eine Eigenschaft, die nur wenige andere Pferdearten besitzen. Neben den üblichen drei Gangarten - Schritt, Trab, Galopp beherrscht das Islandpferd den Paßgang und dem einem Laufschritt ähnelnden Tölt. Der Tölt und der Paß bieten einen bequemen und erschütterungsfreien Gang und sind daher sehr gefragte Eigenschaften des Islandpferdes.

Meeressäugetiere
sea_mammals_150.JPG (9515 bytes)An den Küsten Islands sind Kegelrobbe und insbesonders der Allgemeine Seehund verbreitet. Weitere Seehundarten halten sich während der Wintermonate in der Nähe von Island auf. 17 Walarten leben in isländischen Gewässern, unter anderem Delphine, Schwertwale, Finnwale, Seiwale, Pottwale und Zwergwale. Die Anzahl der Buckel- und Blauwale nimmt sogar zu. Heute werden Robben und Wale nicht für den Verkauf gejagt.

Vögel
Insgesamt wurden in Island 241 Vogelarten beobachtet. Davon brüten hier 72 Arten regelmäßig, sechs sind Strichvögel, etwa 30 sind Zugvögel oder Wintergäste, der Rest sind Irrgäste. Die häufigsten einheimischen Vögel sind See-, Schwimm-, und Watvögel. birds.JPG (18708 bytes)
Island zählt zu den bedeutensten Wasservogelbrutplätzen Europas, wobei der See Mývatn wegen seiner Vielfalt an Schwimmvögeln berühmt ist. Außer der Eiderente brüten alle 15 auf Island vorkommenden Entenarten dort,einschließlich der zwei nordamerikanischen Arten Spatelente und Kragenente. Gänse sind durch zwei brütende und drei durchziehende Arten vertreten. Island ist eines der wenigen Länder, in denen der Singschwan noch als häufiger Brutvogel lebt, bevorzugt an den Seen am Randgebiet des Zentralhochlandes.

An den steil aufragenden Vogelfelsen leben Trottel- und Dickschnabellummen, Tordalken, Papageitaucher, Dreizehenmöwen, Eissturmvögel und Basstölpel. Papageitaucher findet man nicht nur an Vogelfelsen, sondern sie bilden auch große Kolonien auf niedrigen grasbewachsenen Inseln. Der Papageitaucher gehört zu einer der am häufigsten auftretenden Vogelarten in Island, dessen Anzahl mehrere Millionen beträgt.

Der Islandfalke gilt als prächtigster isländischer Vogel und wurde in früheren Zeiten von Falknern hochgeschätzt, aber wie der früher häufig vorkommende Seeadler ist er heutzutage vom Aussterben bedroht. In Island leben zwei Eulenarten. Die selten vorkommende Schnee-Eule hält sich in abgelegenen Gebieten des zentralen Hochlandes auf. Die Sumpfohreule bevorzugt Sumpfgebiete im Tiefland und Täler. Dort findet sie ihre Opfer, Feldmäuse und kleine Vögel, während die Schnee-Eule und der Islandfalke auf der Suche nach Schneehühnern sind, Islands einzigem Hühnervogel.

Süßwasserfische
Isländische Flüsse sind lachsreich und in Binnenseen sowie Flüssen kommen Forellen und Saibling vor.  Zwei weitere Fischarten treten im Süßwasser auf; Aal und Stichling, doch handelt es sich bei keiner dieser fünf Arten um echte Süßwasserfische, vielmehr um Salzwasserfische, die sich im Süßwasser akklimatisiert haben.

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