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Irische Mönche. Buntes Glasfenster von Finnur Jónsson in der Bessastaðirkirche

Kurzfassung der Geschichte Islands

BULLETred.GIF (95 bytes) 330 v. Chr. Ultima Thule
BULLETred.GIF (95 bytes) 874-930 Besiedlung Islands
BULLETred.GIF (95 bytes) 930 Gründung des Althing
BULLETred.GIF (95 bytes) 985 Erik der Rote entdeckt und besiedelt Grönland
BULLETred.GIF (95 bytes) 1000 Friedliche Übernahme des Christentums inThingvellir
BULLETred.GIF (95 bytes) 1000 Leif Eriksson der Glückliche entdeckt Nord-Amerika
BULLETred.GIF (95 bytes) 13. Jh. „Goldenes Zeitalter" und das Schreiben der isländischen Sagas
BULLETred.GIF (95 bytes) 1262 Island gerät unter norwegische Herrschaft
BULLETred.GIF (95 bytes) 1380 Island gerät mit Norwegen unter dänische Herrschaft
BULLETred.GIF (95 bytes) 18. Jh. Auswanderungswelle nach Kanada und in die Vereinigten Staaten
BULLETred.GIF (95 bytes) 18. Jh. Auf dem Weg zur Unabhängigkeit
BULLETred.GIF (95 bytes) 17. Juni 1944 Deklaration der Republik Island in Þingvellir

 

330 v. Chr. Ultima Thule
Im Jahre 330 vor Christus brach Pytheas von Marseilles (Frankreich) in Richtung Norden auf, um zu erkunden, wie weit die Welt in diese Richtung verlief. Er segelte zu den Britischen Inseln und ins Nordmeer. Die Insel Thule war 6 Tage nördlich von England gelegen und einen Tag von dem „Ende der Welt" entfernt. Auf dem Rückweg schrieb er seinen Reisebericht, der schon vor langer Zeit verloren gegangen ist, aber in anderen jüngeren Schriften erwähnt wird. Er berichtete von einer Insel, die er Thule oder Ultima Thule nannte und man nimmt an, daß es sich dabei möglicherweise um Island handelt.

874-930 Besiedlung Islands
Ein irischer Mönch namens Dicuilus schrieb den ersten geographischen Bericht vom Nordmeer Anfang des 9. Jahrhunderts. In dem Buch „De Mensura Orbis Terrae" berichtet er von Gesprächen mit irischen Mönchen, die behaupteten, daß sie bis zur Insel Thule segelten und dort von Februar bis August verweilten. So bestätigten die irischen Mönche Pytheas Erzählung, daß das gefrorene Meer nach einer Tagesreise in Richtung Norden von der Insel erreichbar wäre. Dicuilus war der erste, der Thule als die Insel, die später als Island bekannt wurde, bezeichnete. In Irland kannte man die Insel Ende des 8. Jahrhunderts.

Es wird angenommen, daß die irischen Mönche Island verließen, kurz nachdem die Wikinger um das Jahr 900 ihre Besiedlung begannen. Falls sie geblieben sind, waren sie ohne Einfluß und wurden vollkommen ignoriert. Die Besiedlung Islands durch die Wikinger, wurde hauptsächlich wegen der Kämpfe Harald Schönhaars verursacht, der die anderen Fürsten in Norwegen sich untertan machen wollte. Ende des 8. Jahrhunderts gewann Harald die Oberhand und verfolgte seine Feinde bis zu den Schottischen Inseln, die er erobert hatte. Viele sind entweder direkt aus Norwegen oder von den Britischen Inseln nach Island, das schon den Wikingern bekannt war, geflüchtet und konnten auf diese Weise Haralds Herrschaft erfolgreich entfliehen.

„Landnámabók", das Buch der Besiedlung, im 12. Jahrhundert geschrieben, ist die wichtigste Quelle über die Besiedlungsperiode Islands und berichtet ausführlich von den ersten Siedlern. Laut dieser Schrift war Ingólfur Arnarsson der erste Siedler. Er war ein norwegischer Häuptling, der im Jahr 874 mit seiner Familie und Gefolge in Island ankam. Er baute seinen Hof in Reykjavík, wo sich heute Islands Hauptstadt befindet. In den folgenden sechs Jahrzehnten nahmen Einwanderer aus Skandinavien, die auch Kelten von den Britischen Inseln mitbrachten, von dem bewohnbaren Gebieten des Landes Besitz.

930 Gründung des Alþing
Im Jahre 930, am Ende der Besiedlungsperiode, wurde ein konstitutionelles Gesetzbuch angenommen und das Alþing gegründet. Es gilt heute als das älteste Parlament, das vor über 1000 Jahren auf demokratischer Basis gegründet wurde, was einzigartig zu der Zeit war. Die judikative Macht des Althing wurde in vier Untergerichtshöfe aufgeteilt und das Oberste Gericht kam einmal im Jahr auf der Generalversammlung in Þingvellir zusammen.
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Leif Eriksson
Eine Skulptur von Stirling A. Calder. Es wurde zum 1000 jährigem Jubiläum der Gründung des Alþing 1930 von den Vereinigten Staaten gestiftet.

985 Erik der Rote entdeckt und besiedelt Grönland
Im Jahr 985 zog der Wikinger Erik der Rote von Island nach Grönland, siedelte sich dort an und gründete die erste dauerhafte nordische Kolonie. Er kehrte im Jahre 986 nach Island zurück und erzählte von dem Land, das er Grænland (Grünes Land) nannte, um es begehrenswerter in den Augen der zukünftigen Siedler zu machen. 25 Schiffe mit Auswanderern verließen Island mit ihm und segelten nach Grönland. Davon erreichten nur 14 Grönland. Die Besiedlung war in zwei Gebiete aufgeteilt, Eystri Byggð (Ost-Siedlung), die Erik gründete und Vestri Byggð (West-Siedlung), die sich in der Nähe von dem heutigem Nuuk befindet, ungefähr 200 km nördlich von Eriks Hof. Beide Siedlungen befinden sich an der Westküste Grönlands. Die nördliche Siedlung zählte 300 Höfe mit ungefähr 5000 Bewohnern, die von Rinderzucht, Landwirtschaft und Seehundjagd lebten. Die Siedler überlebten die schwierigen Bedingungen dank harter Arbeit.

Im Jahre 1000 segelte von dieser Kolonie Eriks Sohn, Leif der Glückliche nach Westen und entdeckte Nordamerika.

1000 Friedliche Übernahme des Christentums in Þingvellir
Im Jahre 1000 wurde das Christentum auf dem Alþing friedlich eingeführt. Das Alþing kam in jedem Sommer vierzehn Tage zusammen. Es war zugleich ein Anlaß zu dem sich ein wesentlicher Teil der Bevölkerung traf. Der erste Bischhofssitz wurde im Jahre 1056 in Skálholt in Südisland gegründet und im Jahre 1106 ein zweiter in Hólar in Nordisland. Beide wurden die wichtigsten Ausbildungszentren des Landes.

1000 Leif Eriksson, der Glückliche, entdeckt Nord-Amerika und nennt das Land Vínland (Weinland).
Im Jahre 985 zog der Wikinger Erik der Rote von Island nach Grönland und gründete dort die erste dauerhafte nordische Kolonie. Er kehrte im Jahre 986 nach Island zurück und erzählte von dem Land, das er Grænland (Grünes Land) nannte um es begehrenswerter in den Augen der zukünftigen Siedler zu machen. Von dieser neuen Kolonie aus segelte Eriks Sohn, Leif der Glückliche im Jahre 1000 und entdeckte Nordamerika das er Vínland hið góða (das gute Weinland) nannte. Jedoch berichtet eine der vertrauenswürdigeren Sagas davon, daß Leif Eriksson von einem anderen Isländer, Bjarni Herjólfsson, von diesem Land erfuhr. Vierzehn Jahre davor soll er es gesichtet haben. Wie es auch immer gewesen sein mag so wurden diese Entdeckungsreisen die Quelle einer der wichtigsten Blütezeiten europäischer Literatur.

13. Jh. „Goldenes Zeitalter" und das Schreiben der isländischen Sagas
Die Sagas zählen zu den Klassikern der mittelalterlichen Literatur. Sie sind in der alten Sprache der Wikinger geschrieben, die heute noch in Island gesprochen wird. In der Zeitspanne von 1120 bis 1230 wurden die alt-skandinavischen Sagen in Island niedergeschrieben. Am Anfang entwickelte sich die literarische Tradition der Dichtung vorherrschend aus heroischen Themen. Die Dichtung wurde während des Sagazeitalters, das vom Ende des 12. Jahrhunderts bis spät ins 13. Jahrhundert andauerte, als epische und dramatische Erzählungen geschrieben und handelt von der Anfangszeit der Besiedlung Islands, Liebesaffären und Sippenstreitigkeiten. Sie trugen zum Bewußtsein des kulturellen Erbe des isländischen Volkes bei und zur Unterhaltung in den bitterkalten Winternächten. Der Stammeshäuptling, Historiker und Dichter Snorri Sturluson schrieb wahrscheinlich die Prosa-Edda, Heimskringla und die Geschichte der norwegischen Könige nieder.

1262 Island gerät unter norwegische Herrschaft
Im Jahr 1244 fand die erste Seeschlacht an der isländischen Küste im Húnaflói statt. Diese Schlacht war eine der letzten in einer Reihe von Kämpfen und mörderischen Überfällen, die mehr oder weniger seit dem Jahr 1208 bis 1258 wüteten. Anfang des 13. Jahrhunderts nahm die Friedensperiode, die 200 Jahre andauerte, ihr Ende. Das verrufene Zeitalter der Sturlungar begann, eine turbulente Periode von politischem Verrat und Gewalttätigkeiten. Der norwegische König und Opportunist Hákon Hákonarsson nahm sich Island an und es wurde zu einer gnadenlos ausgebeuteten norwegischen Provinz.

1380 Island gerät mit Norwegen unter dänische Herrschaft
Die Ausbrüche des Vulkans Hekla in den Jahren 1300, 1341 und 1389 verursachten Tod und Zerstörung auf der ganzen Insel. Epidemien plagten die Menschen wiederholt und die Pest, die Norwegen im Jahre 1349 heimsuchte unterbrach den Handel mit Island.

Am Ende des 14. Jahrhunderts geriet Island unter dänische Herrschaft. Auseinandersetzungen zwischen Kirche und Staat führten 1550 zur Reformation und der Einführung des lutherischen Glaubens als Religionslehre des Landes. Durch die zwei folgenden Jahrhunderte wurde Island gnadenlos von den dänischen Kolonialherren ausgenützt, von algerischen Piraten bedroht und vielen Naturkatastrophen unterworfen. Das 18. Jahrhundert ist eine durch große Tragik gezeichnete Periode in der Geschichte Islands. 1703 als die erste Volkszählung stattfand, zählte die Bevölkerung ca. 50.000 Menschen, davon etwa 20% Bettler und Unselbstständige. Wegen einer verheerenden Pockenepidemie sank die Bevölkerungszahl von 1707 bis 1709 auf 35.000. Noch zweimal sank die Bevölkerungszahl unter 40.000, in den Jahren 1752-57 und wieder zwischen 1783-85. Ursache war eine Reihe von Hungersnöten und Naturkatastrophen.

18. Jh. Auswanderungswelle nach Kanada und in die Vereinigten Staaten
Im letzten Viertel des 19. Jahrhundert gab es in Island wieder großes Elend, Überbevölkerung, Krankheiten, und Hungersnöte. Seit 1855 sind viele Isländer nach Nordamerika ausgewandert. 1873 segelte die erste organisierte Auswanderergruppe von Akureyri nach Westen.

Von 1880-90 wanderte eine große Anzahl Isländer nach Kanada aus, da sie in ihrer Heimat kein Auskommen fanden. Die meisten siedelten sich in Manitoba an. Eine besondere Isländerkolonie, Nýja-Ísland (Neuisland), würde 1875 gegründet. Viele unter den ersten Auswanderern nahmen die Lehre der Mormonen an und zogen nach Utah in den Vereinigten Staaten, wo Spanish Fork ihre Hauptgemeinde wurde.

Von 1855 bis 1914 sind ca. 15.000 Isländer nach Nord-Amerika emigriert. Die Auswanderung stellte einen schweren Verlust für Island dar, aber einige der Emigranten kehrten mit neuer Technologie und neuem Wissen zurück.

18. Jh. Auf dem Weg zur Unabhängigkeit von der dänischen Herrschaft.
Am Ende des 18. Jahrhundert wurde das Alþing aufgelöst und der Bischofssitz nach Reykjavík verlegt. Als Folge der Not wurde das Handelsmonopol 1783 in Island gelockert und alle Bürger des dänischen Reiches bekamen das Recht in Island zu handeln.

1874 verlor Dänemark seine Herrschaft über Island als der dänische König den Isländern eine eigene Verfassung gewährte und ihm die Erlaubnis gab, ihre inneren Angelegenheiten selber zu verwalten.

Im Jahre 1904 bekam Island Selbstverwaltung und der erste isländische Ministerpräsident wurde ernannt.

1918 Unionsvertrag mit Dänemark. Island erhält grundsätzlich alle Macht über seine inneren Angelegenheiten in Personalunion mit dem Dänischen Monarchen. Es wurde von der dänischen Herrschaft befreit und ein unabhängiger Staat im Königreich Dänemark. Die Regierung in Kopenhagen war nur noch für die Verteidigung und auswärtige Angelegenheiten verantwortlich.

1930 wurde das 1000 jährige Jubiläum der Gründung des Parlaments Alþing in Þingvellir gefeiert.

17. Juni 1944 Deklaration der Republik Island in Þingvellir
Als Folge der Besetzung Dänemarks im 2. Weltkrieg, erklärte Island seine Unabhängikeit. Die Allierten besetzten Island, um es zu verteidigen, da Island kein eigenes Militär hatte. 1940 kamen zuerst britische Soldaten und 1941 amerikanische. 1949 ist Island der NATO beigetreten und seit 1951 sind amerikanische Truppen in Keflavík stationiert.

Die Engländer akzeptierten die Fischerreihoheit der Isländer nicht, als diese die Grenzen in den siebziger Jahren verlegten. Es kam zu verschiedenen Kabeljaukriegen zwischen der isländischen Küstenwache und britischen Fregatten.

Heute ist die isländische Wirtschaftlage durch die Einschränkung der Fischfangquoten gezeichnet und durch erhöhte Arbeitslosigkeit und Abwertung der isländischen Krone unstabil. Zusammenstöße zwischen internationalen Umweltorganisationen haben dazugeführt, daß der Walfang bei Island eingestellt wurde. 1992 sind Isländer aus der Walfangkommission ausgetreten, was die Lage nicht vereinfacht hat. Die Wirtschaftslage ist in neuester Zeit aber auf dem Weg der Besserung.

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